Über uns

Faszination Fliegen

Im Sommer 1998 hatte mein Bruder Andreas beim Autofahren eine Begegnung der besonderen Art. Da flog doch ein Drachen mit Motor einfach so über unsere Heimat und unserem Luftraum. Eine Kurve links, eine Kurve rechts und dann mal wieder einen Vollkreis. Das kann doch nicht sein dachte er sich. Anscheinend gibt es Leute die ohne besondere Bestimmungen einfach so in der Gegend rumfliegen können. 

Von diesem Ereignis sichtlich beeindruckt und vom Gedanken der Fliegerei schon immer besessen erzählte er am nächsten Tag von seiner Begegnung der dritten Art. Gemeinsam haben wir dann überlegt, wieso andere einfach so Fliegen können und wir nicht. Sofort machten wir uns im Internet auf die Suche nach allen Webseiten die irgendetwas mit Fliegen zutun hatten. Nach einigen Recherchen entdeckten wir dann die Webseiten von Ultraleichtflug Schmidtler, einer Flugschule mit Sitz in München. 

Nach ersten Telefongesprächen verabredeten wir uns mit Andreas Schmidtler zu einem persönlichen Gespräch am Flugplatz in Griesau (nähe Regensburg). Von Ihm erfuhren wir die ersten Details zum Thema Ultraleichtfliegen und bekamen sofort die Möglichkeit an einem Schnupperflug in seinem Schulungsgerät teilzunehmen. Spätestens jetzt war bei uns der Groschen gefallen. Dieser Schnupperflug in einem Ultraleichten war ein super  positives Erlebnis und bis zu den ersten Schulungsflügen verging kein Tag an dem wir nicht Nachts in unserem Träumen frei wie ein Vogel durch die Wolken schwebten.

Im Herbst 1998 begann dann der einwöchige Theorie-Unterricht und nach unzähligen Wochenenden, tausenden verfahrenen Litern Benzin (München/Regensburg) und nicht endend wollenden Platzrunden war es dann im Frühjahr 1999 endlich soweit. Der erste Alleinflug! Selbst der abgebrühteste Flugschüler bekommt einen nicht zu unterschätzenden Respekt und einen dicken Kloß im Hals wenn er an diesen Flug ohne schützenden Fluglehrer an seiner Seite denkt. 

Ich selbst bekam die Aufgabe zur Walhalla (dort sind die deutschen Helden, Dichter und Denker verewigt) und zurück zu fliegen. Es dauerte eine Weile bis ich endlich meinen inneren Schweinehund besiegt hatte und äußerst mutig, mit dem Grauen vor Augen, schob ich den Gashebel nach vorne, drückte das Trapez nach oben und startete vom Flugplatz Griesau in Richtung Walhalla. Gott sei Dank, die Luft war ruhig und der letzte Ansatz von Thermik hatte sich wohl in den Abendstunden verflüchtigt. 

Mit stolz geschwellter Brust zog ich meine Vollkreise über die Walhalla, winkte den dort auf der Treppe sitzenden Leuten zu und dachte insgeheim daran, daß jetzt, spätestens jetzt, auch mir, dem genialen und mutigen "Alleinflieger", ein ruhmreicher Platz in der Walhalla gebührte. 

Thomas Dannert